Centroamérica y América del Su
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(24) PERU; Trujillo Aha, nun ists beinahe ein Monat her, seit ich mich hier das letzte mal gemeldet hab. Und ja, s’ist viel passiert seither ;-). Werde nun also von meiner Zeit zwischen der Ankunft in Mendoza (Argentinien) und meinem Dasein in Trujillo (Peru) samt Wohnung und Arbeit revue passieren lassen. Dieses Haus in Mendoza ist ein solch verruecktes Haus, der helle Wahnsinn! Vier Tage wollte ich anfaenglich dort verbringen, doch erst nach 12 hab ich mich dann verabschiedet um im Juli mit Sanda dann nochmals zurueckzukehren. Mendoza ist ja DAS Weinmekka Argentiniens, 1000e von Rebstoecken und jenstes an Bodegas, der Wein ist hier fast billiger als Wasser und ich red von gutem Wein ;-). Ich wollte unbedingt eine dieser Bodegas besichtigen, vieles ueber die Herstellung von Wein lernen, Wein degustieren und halt alles was so dazu gehoert. Das ist auch gar nicht so schwierig und ausserdem arbeitet einer der WGler schliesslich in einer Bodega, doch waehrend meiner gesamten Zeit in Mendoza hab ich nicht eine dieser Bodegas besucht (ein gutes Zeichen *smile*)... Hab mir das fuer dich aufgespart mein liebes Schwesterchen, koennen dann gemeinsam degustieren ;-)! Ja, es war eine verrueckte Zeit mit verrueckten Argentiniern. Arturo, Julian, Annay und Liasandro hiessen meine vier Gastgeber des Hospitalityclubs, bewohnen ein altes, grosses, sehr spartnisch und doch sehr stilvoll eingerichtetes Haus, 2 Huehner, 1 Katze, 2 riesige Hunde (wovon der eine taub ist), viel Bier und Wein, Asado und vor allem super Musik und zwar der Wahnsinn an hammer guter Musik (riesige CD- und LP-Sammlung). Ich fuehlte mich vom ersten Moment an sehr wohl in dieser WG und als ich hoerte, dass Manu Chao am Wochenende spielen wird, war es alles andere als ein Problem, mich fuer 4 statt den 2 vorgesehen Tagen dort zu verweilen. Das Konzert war wirklich eines der beeindruckensten Konzerte das je gesehen habe (und ohne arrogant klingen zu wollen, aber ich durfte bisher schon unzaehlig viele Konzerte geniessen). Die haben ja was von “Hallenstadion” und riesig etc. erzaehlt, doch als wir schlussendlich dort ankamen, war es grad mal ne fuer das Konzert umstrukturierte 3fach Turnhalle mit einem Besucher-Maximum von vielleicht 5000 Leuten. Die Halle war nur knapp etwas ueber die Haelfte gefuellt und wir vielleicht 10m von der Buehne entfernt, inmitten von verrueckten Hippies, hat das gerockt das Konzert, kaum auszudruecken! Sie haben viel von den alten Manu Negra Zeiten gespielt, haben das Publikum mit ihrer Musik gefangen, eine Stimmung herrschte die sie ein paarmal auch zum explodieren brachten, hab sowas echt selten erlebt, pure Energie, Musik zum sowas von abrocken! Sie haben bestimmt fuenf oder sechs Zugaben gespielt, am Ende dieser 2.5 bis 3 stuendigen Show waren sowohl die Band wie auch das Publikum komplett fertig und einfach nur super gluecklich. Ein super kranker Gitarrist, der kann mit 3 Saitenklaengen eine ganze Halle zum beben bringen, wuau! Ja, da ich wusste, dass ich mich nun ein Zeitchen in Mendoza verweilen wuerde, dachte ich, es sei ein perfekter Zeitpunkt meinen mp3-Player zum flicken zu bringen. Und wie nett, sie wuerden sich beeilen und noch vor dem Wochenende haette ich ihn in meinen Haenden. Natuerlich wurde es dann Dienstag, doch gegen viel Geld konnte ich ihn geflickt entgegennehmen. So gerne haette ich in den vergangenen Wochen mal das eine oder andere Lied oder Album gehoert und vor allem wollte ich das Jack Johnson Konzert in der Schweiz, hier mindestens mit meinem mp3-Player mitverfolgen, und herrlich, das gute Geraet war geflickt! Man kann sich vorstellen dass ich zu jenem Zeitpunkt ein Weihnachten-Geburtstags-und-Alle-Feste-zusammen-Gefuehl genossen hab. Hmmhmm, gracias, vier Stunden spaeter verabschiedete er sich von neuem. Und das Gefuehl das sich genau in diesem Moment einstellte, brauch ich kaum zu beschreiben *%$*!´. Drei Tage spaeter und nach langem hinundher und drumherum mit dem Laden, hab ich mich dann entschieden, das Geraet dort zu lassen und es im Juni dann wirklich geflickt entgegennehmen zu duerfen. Nun reis ich also seit knapp einem Monat mit keinster Musik von mir. Immer war ich davon ueberzeugt, dass ich ohne meine Musik nicht reisen kann. Klar, dies ist ueberspitzt gesagt, doch es gibt halt Momente, wo es schoen waere Musik zu hoeren, manchmal noetig oder halt einfach nur der lieben Erinnerung zu Liebe. Doch ich hab festgestellt, so schlimm ist es nicht, ohne eigene Musik zu reisen, denn ich glaube ich bin irgendwie aufmerksamer geworden auf die Musik um mich herum, schliesslich laueft immer irgendwo Musik. Alle paar Wochen treff ich sogar auf sehr gute Musik ;-). Das ist jetzt vielleicht ein bisschen hart gesagt, denn es ist schon sehr interessant, die Musik der verschiedenen Regionen oder Laender zu hoeren, unterschiedlichste Musik in verschiedensten Situationen zu geniessen, zu sehen was die Leute aus verschiedener sozialen Schichten hoeren, live und ab Konserve, Unterschiede zwischen Jung und Alt und natuerlich der Vergleich zu der Musik wie ich sie in der Schweiz kannte. Doch inzwischen hab ich echt genug von diesen staendigen Schnulzen die laufen, immer Cumbia, Reaggeton, Merengue, Salsa und wie die anderen folklorischen Stilrichtungen auch immer heissen... Nun ja, bin mich im Geduld ueben ;-). Ich habe also Mendoza ohne Musik und zusaetzlich mit einem neuen Reisestil verlassen. Denn ich wollte Mike Ende Maerz / Anfangs April in Trujillo (Peru) treffen, wir wollten herausfinden was es genau war, das uns in Mittelamerika so sehr verbunden hat. Da ich mich statt ein paar wenigen Tagen fast 2 Wochen in Mendoza verweilt habe, kam ich in ein kleines Zeitproblem was das neue Ziel “Trujillo” anbelangte. Ich bin drum ohne grosse Zwischenhalte recht schnell nach Salta und schliesslich zum bolivianischen Grenzdorf Quiaca gereist, ein Fussball-Filmteam hat mich fuer fast 1300km mitgenommen, weitere LKW-Fahrer die sich meiner erbarmten, Familien Ausfluegler und leere Busse. An der Grenze hab ich 3 Artesanos-Reisende kennen gelernt (Argentinien und Spanien), fuer uns alle war es das erste Mal, dass wir bolivianische tierra betreten konnten. Wir beschlossen gemeinsam ein Hostal zu suchen und Bolivien ein bisschen hochleben zu lassen. Trafen auf eine leere Bar, bestellten das erste bolivianische Bier und fuenf Minuten spaeter schlaegt ein Besoffener eine Scheibe ein, wird von der hysterischen Barbesitzerin in die Bar hineingezerrt, Schwestern, Soehne, Schwiegervaeter und Opas zusammen getrommelt, waehrend der Besoffene vor lauter Rausch an den Boden sackt, die Polizei wird gerufen, die Mamá schlaegt mit wuesten Worten um sich, ihrer Wut freien Lauf lassend, der Besoffene noch immer am Boden, nicht faehig aufzustehen und wie die Polizei in ganz Latinamerika, liessen sich die Herren Zeit mt eintreffen. War schon ein spezielles Willkommensheissen ;-). Auf jeden Fall kaufte ich mir am naechsten Morgen ein Bus-Bilett nach La Paz. Wie sehr mir das widerstrebte! Doch jenste Leute haben mir gesagt, dass man in Bolivien hitchhike-technisch recht aufgeschmissen ist und ausserdem wollte ich relativ schnell nach Peru kommen. Drum hab ich leider nur auesserst kurze Zeit in Bolivien verbracht, es waren grad mal 36 Stunden oder so. Doch die Landschaft ist mal wieder super beeindruckend gewesen, herrlich, ich kann fast von Kakteen-Waeldern reden, hunderte, tausende kleine und bis ueber 3m hohe Kakteen in den Bergen, sowas ganz anderes hab ich bisher noch nicht gesehen. Kannst dich freuen mein liebes und wir werden noch viel mehr sehen und vor allem haben wir auch Zeit etwas die Kultur Boliviens kennenzulernen! Jaja, nur schon dieser auesserst kurze Einblick in Bolivien reichte mehr als genug um mir vorstellen zu koennen, dass ich irgendwann gerne mehr Zeit in diesem Land verbringen moechte, echt faszinierend. Gut, auch von Peru hab ich leider nicht sehr viel gesehen, ausser halt die Kuestenstrasse bis nach Trujillo. Das erste mal wo ich hunderte von Kilometern einfach nur Wueste, Duenen und Meer gemeinsam geniessen konnte, herrlich! Und in Trujillo hab ich Mike wieder getroffen, war das ein schoenes Wiedersehen! Wir konnten im Haus einer Kollegin von ihm ein Zimmer mieten und werden voraussichtlich mehr oder weniger 2 Monate fest dort wohnen. Als wir einziehen konnten, feierten 2 Verwandte der Familie grad ihren Geburtstag. Ach, da waren Opas, Omas, Enkel, Nichten, Toechter, Soehne, Cousinen und Schwiegermuetter-, Vaeter, -Soehne anzutreffen zwischen 8 und 70 Jahren, Musik in ner Lautstaerke dass fast ganz Trujillo von diesem Fest wusste, herrliches Essen, viel Alkohol und Tanz, eine solch ungezwungene und herzliche Stimmung herrschte, wir fuehlten uns sowas von Willkommen. Ein Fest super spezieller Art, schoen so an einem Ort einziehen zu koennen ;-). Da Mike bereits vor 2 Jahren fuer ein paar Monate in Trujillo verweilte und in einem Projekt arbeitete, kannte er einige Leute hier. So kamen wir auf die ONG namens SKIP (Supporting Kids in Peru), welche Kinder des aermsten Viertels in Trujillo bei Hausaufgaben, Schule und Zeitvertreib unterstuetzt. Mike wird dort Englisch unterrichten und ich habe begonnen Hausaufgabenhilfe zu geben. Doch es ist exakt dieselbe Erfahrung wie ich sie bereits in Quetzaltenango (Guatemala) mit den Strassenkindern gemacht habe. Dadurch, dass ich nur fuer sehr beschraenkte Zeit (2 Monate) an diesem Ort leben werde, bin ich fuer die Kinder keine grosse Hilfe, mindestens der psychologischen Aspekt spricht sehr dagegen. Denn die Kinder (zwischen 5 und 12 Jahren) gewoehnen sich an einen Menschen, gewinnen ihn lieb und egal wie sie sich verhalten und was sie tun, nach kurzer Zeit muessen sie sich wieder verabschieden, sie werden immer wieder verlassen und auch in ihrem zu Hause koennen sie nicht auf Sicherheit zaehlen. Ausserdem ist die Hausaufgabenhilfe recht schlecht organisiert, was ein effizientes Helfen ebenfalls sehr erschwert. Drum hab ich mich nach anderer Arbeit umgesehen und werde im Mai an einer Universitaet Deutsch unterrichten koennen. Ich hoffe sehr, dass dies nicht nur leere Worte des Chefes waren, denn ich moecht als Entgelt Spanisch Unterricht nehmen und dann das DELE-Diplom erwerben. Inzwischen red ich gut spanisch, realisiere auch die Finessen dieser Sprache, es ist sehr interessant zu erleben, dass eben nicht in ganz Latinamerika ein einheitliches Spanisch gesprochen wird, mal ganz abgesehen von den verschiedenen Akzenten die die unterschiedlichen Laender haben. Von Land zu Land druecken sich die Menschen anders aus, andere Worte, andere Zeitstrukturen, mir gefaellt diese Sprache super und moecht unbedingt mein spanisch verbessern. Gut, inzwischen bin ich bereits 2 Wochen in Trujillo. Und ich muss sagen, wuerd ich durch Peru reisen und diese Stadt besuchen, ich wuerd bestimmt nicht laenger als zwei drei Tage hier verweilen. Denn es ist kein „magischer“ Ort. Die Stadt ist mehr oder weniger uebersichtlich (sagen alle um mich herum, doch jedesmal verirr ich mich...), sehr authentisch, wenige Touristen, scheint fast ausschliesslich aus Taxis, Internet-Cafès, Brillengeschaeften (was gut ist, denn meine Brille ist in einem Bus auf Nimmerwiedersehen verschwunden) und Coiffeur-Laeden zu bestehen. Endlich endlich kann ich wieder in oeffentlichen Strassenmaerkten einkaufen, ich liebe dieses chaotische, farbige, laute Hin- und Her. Eine halbe Stunde ausserhalb der Stadt hat es einen Strand, der eigentlich sehr schoen ist. Doch durch die kalte Luft des Humboltstroms und der warmen Luft an der Kueste bildet sich Nebel, was einem die Sicht aufs Meer oder die Berge vermilcht. Nun, es gefaellt mir aber, eine neue Erfahrung hier machen zu koennen. Denn bisher lernte ich Orte kennen, gewann sie lieb oder nicht, doch immer konnte ich gehen wann ich wollte, musste keinen Problemen begegnen, konnte so haeufig nur die schoenen, eindruecklichen Seiten eines Ortes kennen lernen. Doch nun ists anders, bin hier fuer 2 Monate fest und haette die Stadt schon aus tausend Gruenden verlassen, waere da nicht Mike, die Wohnung, meine Motivation diese Erfahrung hier zu machen und seit langem mal wieder fuer eine gewisse Zeit meinen Rucksack im Ecken stehen zu lassen und mein eigenes Bett zu haben. Schon am zweiten Tag sackte ich ne gefaelschte 20 Soles Note ein, was aber klar mein Fehler war, da ich das Geld nicht auf seine Echtheit kontrollierte. Ein Tag spaeter verschwanden auf mysterioese Weise 30 Soles und nochmals ein paar Tage spaeter wurde mir eine 100 Soles Note durch eine gefaelschte ausgetauscht, natuerlich keine Chance diese je gegen richtiges Geld eintauschen zu koennen (im Vergleich, fuer die Wohnung bezahl ich monatlich grad mal 75 Soles). Dann halt dieser staendige Nebel, das hektische Treiben im Zentrum, im Vergleich zu anderen Orten eher unfreundliche Menschen, Zu- und dann immer wieder Absagen fuer irgendwelche Arbeitsmoeglichkeiten (die Arbeitsmoral der Peruaner hier ist schon recht eigen im Vergliech zu Schweiz...), es gibt einige Beispiele die mich normalerweise zum weiterziehen veranlasst haetten. Doch gerade das gefaellt mir auf eine Art, dass ich nun hier bin, dass ich den negativen Seiten die sich mir zeigen in die Augen schauen muss, es gefaellt mir, bald Arbeit hier zu haben und ein „richtiges Leben“ hier zu fuehren. Bin gespannt, was sich alles noch so ergibt, Plaene sind auf jedenfall vielfaeltigst vorhanden. Nun hab ich zur Ausnahme auch Plaene fuer die Zukunft. Und zwar werd ich am 26. Juni 2006 in La Paz sein und mein bestes Goldstueck wieder in die Arme schliessen (*ihaaaaa*), danach reisen wir zwei durch Bolivien und den Norden Argentiniens, werden ganz bestimmt einige Berge rocken und dann Ende Juli gehts von Buenos Aires wieder zurueck in die liebe Schweiz. So schnell geht ein Jahr vorbei. Doch es ist mir unmoeglich das Erlebte auf einen Punkt zu bringen, tausend viele Bilder, Stimmungen, Situationen, Begegnungen, Erfahrungen, Natur, Kultur etcetc. Bis zu meiner naechsten Reise werd ich viele Momente mit mir inzwischen sogar fast unwirklich erscheinenden Erinnerungen ausfuellen koennen. Diese Zeit hat mir einige Ziele, wenn auch sehr vage, grosse, vielleicht schwierig verwirklichbare Ziele drum mit anderen Worten vielleicht besser gesagt Traeume gezeigt, die mich in meinem Denken, Dasein und Handeln beeinflussen und es bestimmt auch in meinem (bis jetzt noch joblosen) Leben in der Schweiz tun werden. Es ist so erfuellend jeden Tag bewusst einen grossen Traum leben zu koennen. Und immer werd ich Traeume haben, seien es winzig kleine, seien es grosse, sind sie einfach zu verwirklichen sind es bereits Ziele, scheints als seis nicht moeglich, ich bin davon ueberzuegt, fuer alles gibt es Wege. In diesem Sinne, lacht die Welt an, bis bald, alles Liebe Martina PS: aktuelle, teilweise echt super gelungene Fotos sind schon fast auf dem Weg in die CH.... PPS: meine Adresse und Telefonnummer bis Ende Mai/Anfangs Juni: Martina Hegglin ./. Belèn (Peluqueria) Las Capullanas Manzana H Lote 8 Trujillo, Peru Telefon: 005144 508005
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