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Kall on tour
28th Jun 2007
Walhaie, Wallabies und ein Lama

Heute mit:
- Alltag in Perth
- Exmouth-Trip
- Dalai Lama
- Rugby

Nach erfolgreicher Wohnungs- und Arbeitssuche und kurzer Eingewoehnungszeit kehrte Mitte April eine Art von Alltag ein. Dieser Alltag sah und sieht folgendermassen aus: Sechs Tage Arbeiten die Woche bei Ludowici, einer Firma, die neben Dichtungen und einigem mehr eine Abteilung fuer Mienenprodukte besitzt. Schwer zu beschreiben, was ich genau mache, aber man stelle sich diese riesigen Ausgrab- und Befoerderungsgeraete vor, mit denen Erz, Gold usw. ausgegraben wird. Teile fuer diese Maschinen zu erneuern und zu produzieren ist unser Job. Die meiste Zeit markiere ich Keramik- oder Plastikplatten, schneide sie zurecht oder packe sie ein, alles recht einfach und teilweise sogar auch abwechslungsreich. Wir haben ein junges, cooles Team und die Arbeitsbedingungen sind gut, wie auch die Kohle. Nach 10 Stunden Ludowici (6-16 Uhr) geht es dreimal die Woche ins Fitnessstudio, um mich komplett auszupowern. Der Club hat ausserdem einen Pool, in dem ich ab und zu schwimmen gehe. Nach dem Fitnessprogramm kehre ich dann heim, um noch etwas zu Essen, zu Waschen oder Einzukaufen. Dann Lesen, Fernsehen oder Quatschen mit den Mitbewohnern und Gute Nacht. Somit bleibt mir eigentlich nur der Sonntag, um etwas in Perth zu unternehmen, gluecklicherweise haben alle Geschaefte auch am Wochenende geoeffnet. So gehe ich ab und zu Shoppen, ins Internet-Cafe oder runter zum Swan River, im April auch noch gelegentlich an den Strand, aber mittlerweile ist es dafuer ein bissel zu kalt. Aber uebers Wetter kann ich mich wirklich nicht beschweren, Regen ist rar und fuer Winter sind die Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad doch sehr angenehm.
Den nationalen Feiertag Anzac Day Ende April verbrachte ich im herrlichen Kings Park, der etwas hoehergelegen ist als Downtown Perth und man somit einen genialen Blick ueber die City geniesst. Nach einem relativ ereignislosen Mai nutzten Yoko und ich einen weiteren Feiertag, Foundation Day, Anfang Juni um einen Trip nach Exmouth (1300 km noerdlich von Perth) zu machen. Auf meiner "to do"-Liste ganz oben stand Schwimmen mit Walhaien und da die Saison, in der diese Giganten am Ningaloo Reef vorbeikommen, dem Ende zuging und wir dieses Event nicht verpassen wollten, nahmen wir die Mega-Autofahrt die Westkueste hoch in Kauf. Und es hat sich absolut gelohnt. Nach einem vollen Tag Fahrerei erreichten wir Exmouth, ein nettes Dorf nahe dem zweiten grossen Korallenriff Australiens (neben dem Great Barrier Reef an der Ostkueste), dem Ningaloo Reef. Am naechsten Tag ging es dann mit Crew, anderen Reisenden und einer Walhai-Forschertruppe auf unser nettes kleines Boot. Nach Kaffee und Einweisung, Schnorchelten wir dann zunaechst etwas durch das Korallenmeer, schoen, aber nicht vergleichbar mit dem GBR. Danach war Sonnenbaden an Deck angesagt (in Exmouth hatte es zu dieser Zeit noch kuschelige 30 Grad!), waehrend das Sichtungsflugzeug nach Walhaien suchte. Um die Mittagszeit kam dann der erloesende Funkspruch "Walhai gesichtet" und urploetzlich wurde aus der gemuetlichen Bootsfahrt-Chillout-Atmosphaere komplettes Chaos an Bord, da die Aufgabe nun darin bestand, innerhalb von fuenf Minuten alle Mann startklar zu machen, also Flossen und Schnorchelset anzulegen, die Billig-Unterwasser-Kamera zu schnappen und auf dem schmalen Steg am Heck des Bootes auf das Kommando des Guides zu warten (und 20 Paar Flossen, die sich gleichzeitig auf einem wankenden Boot fortbewegen sind nicht besonders leicht koordinierbar!). In zwei Gruppen a 10 ging es dann ab ins Wasser und da war er, der Gentle Giant, der groesste Fisch der Welt, der atemberaubende Walhai. Neben diesem vier Meter langen, gepunkteten Fisch (er war noch sehr jung, manche werden bis zu 18 Meter) entlangzugleiten war absolut fantastisch!!! Nach 5 Durchgaengen a ca. 5 Minuten, etlichen Versuchen ein gutes Bild zu schiessen und purem Vergnuegen, liesen wir ihn dann weiterziehen. Der beste Moment war fuer mich, als ich im letzten Durchgang ins Wasser huepfte, tauchte und den Walhai 5 Meter vor mir frontal auf mich zukommen sah. Geil!!! Die Stimmung an Bord nach diesem unvergesslichen Abenteuer war natuerlich grandios und begeistert wurde dann Kurs zurueck zur Anlegestelle genommen, wo wir puenktlich zum spektakulaeren Sonnenuntergang ankamen. Ein weltklasse Trip!!!
Am naechsten Tag ging es dann in den Cape Range NP, mit einem herrlichen Lookout ueber das Kap, einem interessanten Informations-Center zur Region und dem besten Schnorchelspot auf unserer Exkursion in Turquoise Bay. Durch die Stroemung wird man ca. 200 Meter, ohne grosse Anstrengung ueber wunderbares Korallenriff getrieben mit einer Vielzahl an Fischen in allen Farben und Formen, Schildkroeten, Stachelrochen usw.. Am gleichen Tag fuhren wir noch zurueck Richtung Sueden, um in Coral Bay noch etwas mehr zu Schnorcheln und schliesslich in Carnarvon zu uebernachten. Auf dem Weg sahen wir eine Vielzahl von wilden Tieren entlang des Highways, wie Kaenguruhs, Emus, Schafe, Kuehe und den grossartigen Thorny Devil (ich glaube der heisst sogar auch Dornenteufel im deutschen Tierlexikon!?), mein absoluter Favorit unter den australischen Tieren. Am folgenden Tag stand wieder die lange Fahrt zurueck nach Perth an, die wir ohne Probleme bewaeltigten. Ein Highlight hatten wir uns aber noch vorgenommen, den Nambung NP nahe Cervantes. Dort befindet sich eine atemberaubende Ansammlung von obeliskfoermigen Felsen inmitten von Sandduenen und der Sonnenuntergang ueber diesen, mit dem Indischen Ozean im Hintergrund war sensationell. Daheim angekommen hatten wir unseren Mitbewohnern viel zu erzaehlen, bevor es erschoepft in die Koje ging.
Den naechsten Tag hatte ich mir auch noch freigenommen um Auszupacken, zu Waschen und da der Dalai Lama an diesem Tag in Perth zu einem Vortrag geladen hatte. Ja, der Dalai Lama war auf Australia-Tour und wurde auch wie ein Popstar promotet, ob in Zeitung, Fernsehen oder am Merchandise-Stand im Burswood Dome (da gab es T-Shirts mit schlauen Spruechen, Kalender mit Mandalas, Kappen, Tassen, Einkaufsbeutel usw.), wo er vor die Oeffentlichkeit trat, um von seinem interessanten Leben zu erzaehlen und Weisheiten kundzutun. Und ich muss sagen, dieser Mann ist beeindruckend, er ist locker, gewitzt und waise, drei Attribute, die ich bis auf Letzteres nicht unbedingt jedem religioesen Leader zuordnen wuerde. Keine Angst, werde jetzt nicht zum Buddhismus konvertieren, aber der Vortrag war durchaus interessant und ich habe den vielleicht letzten Dalai Lama live gesehen, echt genial! Eine kleine Anekdote noch zu diesem Event: Da eine bekannte Rockband (bzw. deren Ueberreste) am darauffolgenden Sonntag im gleichen Etablissement auftreten sollte, war zur Erheiterung vieler Gaeste, Folgendes an der Anzeigetafel ausserhalb des Stadions zu lesen:

BURSWOOD DOME presents:
6 June DALAI LAMA
10 June GUNS N' ROSES

Ha, Ha!

Am darauffolgenden Tag ging es zurueck zur Arbeit, natuerlich verbunden mit unzaehligen Berichten ueber unseren Trip. Als abschliessendes Highlight dieser grandiosen Woche schaute ich mir dann noch das Rugby-Freundschaftsspiel der Wallabies (Name des australischen Nationalteams) gegen Fiji in der Subiaco Oval an. Das Drumherum war besser, als das etwas eintoenige Match (Australien ueberrannte Fiji mit 49-0), aber trotzdem ein weiteres Erlebnis, das ich nicht missen moechte.
Mittlerweile bin ich wieder voll in den Alltag zurueckgekehrt und arbeite mir den A.... ab, um genug Kohle fuer die grosse Westkuestentour im August zu sparen. Tja und das war es auch schon wieder liebe Leute. Hoffe euch geht es immer noch gut und ihr schickt mal ein paar News aus good old Germany, wie z.B. das juengste Highlight, das mir natuerlich trotz der Ferne nicht vorenthalten geblieben ist: Der grandiose FC St. Pauli ist zurueck im bezahlten Fussball!!! Und wenn es bald wieder gegen die Bayern geht, bin ich garantiert zurueck! ST. PAULI, ST. PAULI, ST.PAULI!!!
Bis dann.

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28th Jun 2007
Perth


28th Jun 2007
Whaleshark I


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