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Big in Japan Heute mit: - Lost in translation - Karate Kid - Godzilla - Leben einer Geisha und weiteren Stories in Spielfilmlaenge
Kon-ni-chi-wa liebe Leser, hier also endlich der Bericht zu meinem /unserem Japan-Trip. Ein faszinierendes Land in jeder Hinsicht, besonders da es das erste der "oestlichen Welt" ist, welches ich je bereist habe. Dies fuehrte zu manchen erstaunlichen Entdeckungen, manche davon negativ, doch meist positiv. Doch der Reihe nach. Nach ca. 10 Stunden Flug von Sydney nach Osaka war die Wiedersehensfreude natuerlich gross, als Yoko mich vom Kansai Airport abholte, gross war allerdings auch mein Bammel vor dem Ungewissen, ein so fremdes Land und als erstes "Highlight" gleich das Treffen mit der Hakata-Familie in ihrem netten, kleinen Appartment in Amagasaki. Diese erste Begegnung war aber dann sehr herzlich und da Yokos Schwester, Mutter und Tante sie schon tags zuvor Loecher in den Bauch gefragt hatten ueber Chris san, musste ich auch gar nicht gross mit Haenden und Fuessen meinen Lebenslauf vortragen, sondern unterhielt mich mit Yoko ueber die letzten Wochen und unsere Reiseplanungen waehrend der Rest der Familie relativ schnell zu einem normalen Fernsehabend ueberging. War also viel angenehmer, als ich mir das vorgestellt hatte. Die Reise ueber drei Wochen durch Japan war dann zwiegespalten, mal sahen wir das alte, traditionelle Japan, mal das neue High-Tech-Japan. Ersteres gefaellt mir ueberaus gut, letzteres versetzte mich immer wieder in erstauntes Kopfschuetteln. Das neue Japan sieht man in den Riesen-Staedten (Tokyo vorneweg, das zusammen mit Yokohama die groesste Doppelstadt der Welt bildet, aber auch in Osaka, Nagoya, Kanazawa, Kyoto, Hiroshima usw.), erschreckend viele Menschen in groesstenteils unattraktiven Wolkenkratzer- und Appartmentblockarealen, Downtown immer komplett ausgeschmueckt mit den grellsten Neonlichtern des Planeten. Steht man das erste Mal an der Riesen-Strassenkreuzung in Shibuya (Downtown Tokyo) und sieht die Menschenmassen von allen Seiten stroemen im grellen Bann der Mega-Bildschirme, Werbetafeln und Hochhaeuser ist man zutiefst beeindruckt, aber dann wird man ploetzlich Teil dieser Masse und hat keinen Platz zu Laufen, keine Luft zum Atmen, keine Chance auf eine nicht ueberfuellte U-Bahn, keine Sprachkenntnisse obendrein und dann fuehlt man sich unwohl und verloren. Um es auf den Punkt zu bringen, japanische Staedte haben kein Flair (ausser Fukuoka/Hakata, welches ein paar schoene Fleckchen hat!). Kein Interesse hatte ich auch an Orten, die zwar naturnah sind (bzw. mal waren), aber vom Tourismus ueberrollt wurden, wie ich dies in Hakone und Beppu erlebt habe. Und da ich jetzt schon den Dampfhammer draussen habe, geht es erst mal mit Kritik weiter. Die Sorge um die Natur und Tiere sind teilweise wirklich erbaermlich, oeffentliche Muelleimer habe ich ganz selten gesehen, genauso selten wie Strassennamen (meiner Meinung nach zur Orientierung unabkoemmlich, nicht so nach japanischer Meinung), japanische Musik ist selten was fuer Herrn Lewey, auch wenn fast alle Japaner gut singen koennen, kein Wunder, sind ja auch karaokeerprobt. Darbietungen jeder Art ob Strassentheater, im Tempel oder sonstwo sind zu lahm um nicht beim Zuschauen einzuschlafen und die japanischen Kamikaze-Radfahrer machen aber auch jeden noch so verstopften Gehweg unsicher. Zu guter Letzt noch die Toiletten nach altem japanischen Stil, ein Loch in der Erde und ein komischer Hubbel am Ende der alles noch erschwert, wenn man denn ueberhaupt in der Hocke sein Geschaeft verrichten kann, also mir tun da nach `ner Minute die Knie weh und wenn ich dann nicht fertig bin, ...Problem! Kurioserweise ist es genau die japanische Toilette die hinueberleitet zum Positiven ueber Japan und dazu noch einer der wenigen Aspekte, die die Japaner der heutigen Zeit zum Guten veraendert haben. Die aktuellen High-Tech-Toiletten, die nun im Lande ueblich sind, haben zig Tasten an der Seite, die quasi das Klo wirklich zum Thron machen (Sitzwaermer, Temperaturregulator, Sitzcleaner, mehrer Bidetfunktionen natuerlich mit Regulator fuer Staerke des Wasserstrahls, Arschtrockner, mehrere Spuelfunktionen usw.), du lachst dich tot! Und damit bin ich auch schon bei all den Highlights, die dieses Land und seine Leute zu bieten haben. Die Freundlichkeit und Hoeflichkeit der Menschen hier ist unschlagbar, auch wenn sie einen oft nicht verstehen (selbst mit Englisch ist man nicht selten auf verlorenem Posten). Die Tempel, Schreine und Burgen aus der alten Zeit sind wunderschoen und teilweise auch sehr unterschiedlich (Highlights: Fushimi Inari Taisha Shrine mit Tausenden von rote Toren, Kyotos Tempel und die Burgen in Osaka und Himeji). Dann wunderbare alte japanische Strohhaeuser-Doerfer nahe Takayama und die Naturhighlights, wie die Miyajima-Insel oder das Vulkangebiet um Mount Aso, einfach herrlich. Wahnsinnig interessant und ein absolutes Highlight war auch Hiroshima mit tollem Friedensgedaechtnis-Park, einigen der besten Museen und Ausstellungen, die ich je gesehen habe (natuerlich ueber die Atombombe und ihre Opfer) und dem Wahrzeichen der Stadt, dem A-Bomb Dome. So ist meiner Meinung nach Hiroshima mit dem nahegelegenen Miyajima ein unschlagbarer Doppelpack fuer Japan-Touristen! Und dann bin ich zum absoluten Fan der traditionellen japanischen Institutionen Onsen, Izakaya, Ryokan und Matsuri geworden. Haette selbst nicht gedacht, dass ich Nacktbaden in einer heissen Quelle (Onsen) moegen wuerde, ist aber perfekt zum Relaxen und vom Relaxen haben die Japaner Ahnung. Izakaya ist das japanische Restaurant, in dem man zum Essen und auch zum Feiern auf dem feinen Tatami-Boden sitzt und geniesst (in einem solchen Izakaya wurde auch die Hochzeitsparty von Yokos Freundin gefeiert, ein tolles Erlebnis!). Diesen alten Stil findet man auch im traditionellen Hotel (Ryokan), dass meist auch ein eigenes Onsen-Bad besitzt. Waehrend meines Aufenthalts besuchten wir mehrere Matsuri (Festivals) und alle waren verschieden und sehr beeindruckend, ob es Paraden mit alten japanischen Kostuemen waren oder prunkvolle, tragbare Schreine durch die Stadt transportiert wurden, alles sehr farbenfroh. Die besten Festivals waren jenes in Takayama mit von Hunderten Laternen ausgeschmueckten, erleuchteten Schreinen und das Kurama Festival mit Riesen-Fackeln (und ich spreche hier nicht von einem Fackellauf mit Aldi-Fackeln, die Teile in Kurama waren bis zu sechs Meter lang und nach den Gesichtern der Traeger zu urteilen auch sauschwer), absolut magisch! Und zum Schluss eines der besonderen Highlights, es ist war, ich bin BIG in Japan, habe mich noch nie so gross gefuehlt und konnte selbst in den ueberfuellten Strassen meist bis ans Ende sehen. Ist schon ein kleines Volk, die Japaner und auch ein sehr schlankes, ausser den Sumo-Ringern sieht man kaum dicke oder gar fette Menschen hier, bis man wieder ins Flugzeug nach Australien steigt. Yoko sagt, das liegt am gesunden Essen (lass ich mal so stehen). Es ist schwierig all die Eindruecke in einem kurzen Bericht, wie diesem, zusammenzufassen, aber ich habe Japan sehr genossen und komme gerne wieder um mehr zu sehen. Einfach eine fantastische, atemberaubende Reise! Nun bin ich wieder zurueck in Sydney, arbeite in einem Lagerhaus voll mit Krimskrams und warte auf Yoko, die ihren Trip die Ostkueste runter geniesst. Weihnachten und (natuerlich) Silvester verbringen wir in der schoensten Stadt der Welt und dann geht es die Kueste runter nach Melbourne und Tasmanien. Doch dazu, wie immer, spaeter mehr. Bis dann.
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Osaka Castle |
Mittwochs in Tokyo |
Fushimi Inari Taisha Shrine |
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Kinkaku-ji Temple (Kyoto) |
Kurama Matsuri |
Floating Torii (Miyajima) |
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A-Bomb Dome (Hiroshima) |
Mount Aso |
![]() Wedding Party im Izakaya |
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