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Olgi's Reiseberichte
4th Aug 2008 - 21st Aug 2008
Bulgarien Reise

Bei meiner Bulgarien Reise mit Radina und Markus erlebte ich eine völlig neue Art des Reisens. Dadurch, dass Radina aus Bulgarien kommt und etliche Familienmitglieder in Bulgarien leben, bekam ich einzigartige Einblicke in die bulgarische Kultur und natürlich auch einen anderen Zugang zum Land und zu den Leuten als wenn man als "gewöhnlicher Tourist" dort aufkreuzt. Gerade in solchen Ländern, so schien es mir, ist es ein großer Vorteil, wenn man sich mit den Einheimischen verständigen kann. Nur wenige Leute in Sofia (vom restlichen Teil Bulgariens ganz zu schweigen) sprechen Englisch oder Deutsch. Abzocke und Korruption steht an der Tagesordnung. Und sowohl als Einheimische/r als auch als Tourist/in sollte man besonders vorsichtig bei der Taxiwahl sein. Denn da kann es schon einmal passieren (ich spreche aus Erfahrung!), dass man für eine Fahrt den doppelten oder dreifachen Betrag als üblich hinlegen muss, nur weil man einen kleinen Zusatzsticker am Gefährt übersehen hat.
Aber ich möchte ja nicht gleich mit solchen Erfahrungen beginnen.
Unsere Reise begann am 04. August. Wir kamen nach einem eineinhalbstündigen Skyeurope-Flug in Sofia an. Dort wurden die Uhren gleich einmal eine Stunde nach vor gestellt. Und nachdem wir einen Taxifahrer gefunden hatten, der uns zu dritt mit all unserem Gepäck in die Stadt chauffierte, ging es rucki zucki ins Stadtzentrum. Schon auf der Fahrt vom Flughafen ins Zentrum bekommt man einen ersten Eindruck von den ärmlichen Verhältnissen der Bevölkerung. Alles wirkt noch sehr Ostblock mäßig und unvollkommen. Überall wo man hinschaut hat man das Gefühl, dass gebaut wird bzw. dass nicht fertig gebaute Häuser herum stehen. Zum Glück dauerte die Fahrt nicht allzu lange (schon alleine wegen des Platzmangels auf der Rückbank...) und wir kamen bei der Wohnung von Radinas Großmutter an. "Urig" ist für mich die beste Beschreibung für die Wohnungseinrichtung der Oma. "Kitschig" könnte zum Teil auch passen (aber "kitschig" ist sehr viel in Bulgarien, wie ich noch im Laufe der Reise feststellte). Jedenfalls wurden wir herzlich von der Großmutter in Empfang genommen. Leider beschränkte sich die Kommunikation zwischen ihr und mir nur auf gestikulierende Weise, da weder ich Bulgarisch noch die Oma Deutsch od. Englisch konnte. Aber umso einzigartiger war die ganze Situation. Und natürlich wurden wir auch gleich in die traditionelle bulgarische Küche eingeweiht und bekamen einen leckeren Auflauf serviert. Anschließend führte uns Radina durch die Einkaufsstraßen der Stadt. Ich war begeistert von der Auswahl an modernen Shops - die sich auf der Haupteinkaufsstraße "Vaduschka" befanden -, den Bäckereien, den Obstständen und vom mehr als günstigen Massage-/Beautystudio, wo wir uns verwöhnen ließen. Kleidung, Lebensmittel und auch Schönheits-/Gesundheitsbehandlungen sind im Vergleich zu Österreich um einiges günstiger und allgemein kann man feststellen, dass die Mehrheit der Leute nicht viel besitzt, aber sie legen viel Wert aufs Äußerliche. Wir wurden am Abend nochmals bekocht. Diesmal von der anderen Großmutter. Auch ihre Wohnung war einfach aber sehr gemütlich eingerichtet und der kleine Balkon, mit herrlicher Aussicht auf den in unmittelbarer Nähe liegenden Gebirgszug Vaduschka, verlangte ja richtig von mir, dass ich die Abendstimmung betrachten soll. Hier herrschte Ruhe von all dem Trubel, den Sofia mit sich bringt. Ein unbedingtes Muss jeder Sofia Reise sollte der Besuch eines Casinos sein. Dort zahlt man keinen Eintritt, kann so legere wie nur vorstellbar hinein gehen, kann kostenlos Getränke (sowohl alkoholische als auch nicht alkoholische) konsumieren und sollte dafür etwas Geld beim Spielen dort lassen...

Unsere Reise ging dann mit dem Auto weiter.
Wir fuhren von Sofia quer durchs Land (auf der einzigen, und nicht einmal die ist vollständig fertig gebaut, Autobahn) bis ans Schwarze Meer nach Bourgas. Eine Nacht verbrachten wir in Stara Zagora, einer Stadt mitten im Herzen Bulgariens.
So richtiges Urlaubsfeeling kam auf, als wir von Bourgas die Küstenstraße bis nach Varvara, der kleinen Ortschaft in der das Ferienhäuschen von Radinas Familie steht, entlang fuhren. Wir erblickten einsame Buchten und das glitzernde Meer auf der einen und endlose Felder auf der anderen Seite der schmalen Straße.
Völlig begeistert von der Einfachheit und der Ruhe des Ortes und auch des Ferienhäuschens, machten wir uns gleich nach Ankunft an die Arbeit, unser "Feriendomizil" zu reinigen und häuslich zu gestalten. Schließlich wollten wir es noch gemütlicher als es eh schon war haben.
Die Tage am Meer waren herrlich. Wir genossen die Sandstrände, das leckere Essen in den urigen Tavernen, das nicht so salzige Meer, die lauen Nächte auf der Terrasse, wo wir mit Kartenspiele und Wein die Tage ausklingen ließen. Am besten gefiel mir die Einfachheit, die Gelassenheit und die Unbeschwertheit. Uhren oder Ähnliches trugen keine Bedeutung für uns. Wir wurden jeden Morgen vom Hahn geweckt. Einheimische rauschten mit Kutschen an uns vorbei, Zigeuner baten um Tätigkeiten um sich Geld zu verdienen, Mütter mit ihren Kindern besorgten Nahrungsmittel vom kleinen Supermarkt. Dieser, vom Massentourismus noch verschonte, Teil Bulgariens ist einfach unbeschreiblich schön. Hier kann man die Seele baumeln lassen und einfach nur genießen. Es kam mir vor, als lebte ich für diese Zeit in einer ganz anderen Welt. In einer Welt, wo andere Dinge zählen und von Wichtigkeit sind. Wo man in den Tag hinein lebt und sich keine Gedanken über die nächste Woche macht, da oft sogar der nächste Tag eine Art Ungewissheit mit sich bringen kann.

Neben den tollen Stränden von Varvara (kleiner Strand-sonst nichts rund herum) und Ahtopol (langer u. breiter Strand mit Wassersportangeboten, Restaurants, Plumsklo,..) erkundeten wir auch die Städte bzw. kleinen Orte Sozopol (mit den alten dunklen Holzhäusern und vielen kleinen und engen Gasserln), Tsarevo (netter Hafen mit guten Restaurants) und natürlich auch Ahtopol (mit den unzähligen gut besuchten Lokalen, Geschäften, dem kleinen Hafen...).

Nach 12 Tagen machten wir das süße Häuschen wieder winterfest und brachen auf nach Sofia. Führen quasi durch und übernachteten diesmal bei der anderen Oma.
Am nächsten Tag machten wir uns zeitig auf den Weg, überquerten die Grenze und fuhren durch Serbien bis nach Belgrad.
Durch Markus Kontakt zu einem österr. Konsul und dessen nette Gastfreundlichkeit, konnten wir zwei Nächte in einer tollen Dachterrassenwohnung mitten in Belgrad verbringen. Und als wäre das nicht schon genug, nein, er organisierte auch noch eine einheimische Germanistikstudentin, die uns durch die Stadt führte und uns Tipps gab und uns etliche Sehenswürdigkeiten (u.a. die Burg Kalimagda mit traumhaften Ausblick auf die Donau u. Sava, das bekannte Moskau Hotel, die Haupteinkaufsstraße, die Uni`s, das Rathaus, die U-Bahn Station, die orthodoxen Kirchen,...und auch die Mahnmale des Krieges - zerbombte Häuser) zeigte. Und bekocht wurden wir von ihm. Und am letzten Abend in ein tolles Lokal eingeladen. Und zu guter Letzt süffelten wir gemeinsam beim Beer Festival Bier und hatten eine Menge Spaß.
Von Belgrad war ich mehr als begeistert. Nicht nur wegen der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Einheimischen, sondern auch von der fortschrittlichen Lebensart. Man fühlt sich gleich wohl und bekommt fast überall ein Lächeln geschenkt. Die Straßen strahlen pures Leben aus, genau wie die Bevölkerung.

Die ganze Reise war so vielseitig und so ganz anders als bisherige Urlaube von mir. Und am meisten genoss ich die Einfachheit des Lebens...(das Leben kann so ganz anders sein, als wir es gewohnt sind und für selbstverständlich halten!) und die Zeit mit einer wirklich lieben Freundin, ohne der dieser Urlaub gar nicht möglich gewesen wäre.

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13th Aug 2008
Bulgarien Reise
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