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Michaels Global Trek
13th Jul 2009 - 25th Jul 2009
Vancouver - Vancouver Island - Vancouver

Puh, eine lange Busfahrt. Fast 20 Stunden im Bus. Aber kein Problem. Ich habe verhältnismäßig gut geschlafen und nicht mal einen steifen Nacken bekommen.
Ich habe einen Tag in Vancouver verbracht. Asher, den ich in Costa Rica kennen gelernt habe und der vor ein paar Wochen nach Vancouver gezogen ist, musste noch arbeiten und so habe ich den Tag in der Stadt verbracht.
Abends sind wir sehr lecker indisch Essen gegangen und am nächsten Morgen hab ich mich auf den Weg nach Vancouver Island gemacht.
Zunächst mit dem Bus nach Horseshoebay (den Weg kannte ich noch vom letzten Mal) und dann mit der Fähre rüber auf die Insel.
Vancouver Island ist total grün und saftig. Im Sommer, so heißt es, hat Vancouver Island das wärmste Klima Kanadas und es gibt eine Menge Dinge die man hier unternehmen kann.
Ich hatte irgendwie das Bedürfnis mal zu Trampen. Keine Ahnung, warum, aber ich wollte gerne mit dem Daumen über die Insel fahren.
Leider bin ich von dem Platz den ich mir gesucht hatte überhaupt nicht weggekommen. Über eine Stunde hab ich gestanden und gewartet. Kein Mensch wollte mich mitnehmen oder wenn, dann nur bis zur nächsten Kreuzung, aber nicht so weit, wie ich eigentlich wollte.
So hab ich mich dann doch auf den Weg zur Busstation gemacht, um dort zu erfahren, dass der letzte Bus nach Tofino, wo ich eigentlich hin wollte bereits vor einer knappen Stunde abgefahren war.
So habe ich mir also in Nanaimo ein schnuckeliges Hostel gesucht und die Nacht dort verbracht. Das war auch okay. Mit ein paar Bierchen ausgerüstet bin ich runter zum Hafen geschlendert und habe mir dort den Sonnenuntergang mit passender Musik aus meinem Ipod angeschaut. Sehr entspannend.
Am nächsten Morgen bin ich dann nach Ucluelet gefahren, mit dem Bus! In Tofino waren bereits alle Hostels ausgebucht. Hochsaison in Kanada!
In Ucluelet habe ich Severine kennen gelernt und mit ihr zusammen habe bin ich am nächsten Morgen den Wild Pacific Trail gelaufen. War aber weniger spektakulär, als es zunächst klingt. Dennoch ganz nett. Sicherlich aber kein Vergleich zum West Coast Trail, der über eine Distanz von etwas über 70 km bekannt ist für seine Schönheit. Für diese Strecke benötigt man allerdings nicht nur die richtige Ausrüstung, die ich nicht hatte, sondern auch noch eine Genehmigung die man schon Monate im Voraus beantragen muss. Es wird nur eine bestimmte Menge an Personen täglich auf diese Strecke gelassen.
Abends haben wir, also Severine und ich ein ganz nettes Pärchen aus Holland kennen gelernt Robbert und Leo. Die beiden hatten sich für ein paar Wochen ein Auto gemietet und wollten am nächsten Tag damit nach Tofino fahren. Tofino selbst ist ganz schön, aber noch schöner sind die zahlreichen kurzen Tracks die es auf dem Weg nach Tofino zu laufen gibt. Wir hatten großes Glück und durften mit den beiden mitfahren. Es war ein total schöner Tag mit ganz vielen Eindrücken von Riesenbäumen (der Douglas Fir) und ganz weitläufigen Stränden wie zum dem Long Beach.
Auf den wenigen Kilometern nach Tofino haben wir so ziemlich alles gesehen, was die Insel so herzugeben hat: Vom Sandstrand über den Regenwald bis hin zum Sumpf war alles vertreten. Dazu die besagten Riesenbäume und natürlich viele Tiere. Unter anderem einen tollen Adler der sich, vielleicht nach einem langen Flug oder einem leckeren Abendessen, hoch oben auf dem Ast eines Baumes am Long Beach ausgeruht hat.
In Tofino gab es noch einen köstlichen Hamburger bevor wir uns wieder auf den Rückweg nach Ucluelet gemacht haben. Auf halber Strecke haben sich unsere Wege getrennt und so bin ich das letzte Stück gemeinsam mit Severine getrampt. Tja, was soll ich euch sagen. Severine hatte den Daumen noch gar nicht richtig ausgestreckt, da hat schon jemand angehalten und uns mitgenommen. Vermutlich lag es daran, dass wir sehr viel besser gestanden haben, als ich zwei Tage zuvor. Es kann doch wohl unmöglich daran gelegen haben, dass nicht ich sondern ein hübsches Mädel am Straßenrand gestanden hat! Oder?
Wir waren auf jeden Fall ruckzuck wieder in unserem Hostel.
Und weil es so gut mit dem Trampen geklappt hat, sind wir am nächsten Morgen noch gemeinsam zurück nach Nanaimo getrampt. Severine hat von dort aus die nächste Fähre zurück aufs Festland genommen und ich habe mich auf den Weg nach Victoria gemacht. Dort hatte ich nämlich ganz spontan das Angebot bei einem deutsch-isländischen Pärchen eine Couch zu surfen. Die beiden wohnen am Rande von Victoria auf einer Pferdefarm. Jessica kommt ursprünglich aus Deutschland, wohnt aber schon seit 2 ½ Jahren auf Vancouver Island und arbeitet auf der Farm. Bui hat lange Zeit in New York gelebt und ist vor etwas über einem Jahr auch nach Victoria gezogen. Die beiden wohnen traumhaft schön dort und ich war total froh darüber, dass ich dort noch zwei Nächte verbringen durfte.
Wenn man über ein Land und über die Menschen in diesem Land wirklich etwas erfahren möchte, dann sollte man nicht nur in das Land reisen und sich selbst einen Eindruck verschaffen sondern, man sollte auch mit jemanden reden der selbst nicht aus diesem Land kommt, dort aber schon seit einiger Zeit lebt. An diesen beiden Tagen haben wir uns viel über das Leben in Kanada und über das Leben in New York unterhalten. Das war total interessant und hat mir nochmal den ein oder anderen Einblick gegeben.
Am zweiten Tag in Victoria habe ich mir Inline Skates ausgeliehen und bin damit den Victoria Bay rauf und wieder runter gefahren. Das war ganz toll. Ich liebe es mit dem Fahrrad oder den Skates durch eine fremde Stadt zu fahren und auf diesem Wege die ganzen kleinen Winkel zu erkunden, die man normalerweise nicht findet und die auch von keiner Sightseeing Tour angefahren werden. Immer, wenn ich von anderen Touris angesprochen und nach dem Weg gefragt werde, denke ich, gut Michael, alles richtig gemacht. Als Tourist fällst du offensichtlich nicht besonders auf.

An dem Abend haben wir noch bei Jessica und Bui gegrillt und am nächsten Morgen bin ich mit der Fähre wieder zurück nach Vancouver gefahren.
Dort war ich dann noch 3 Tage bei Asher. Der aber leider fast die ganze Zeit arbeiten musste. Erst vor 3 Wochen hat er angefangen in einem Krankenhaus zu arbeiten. Sein erster Job nach dem Studium. Nach einem langen Tag kommt er in der Regel total geschafft nach Hause. Für große Unternehmungen hat es dann nicht mehr gereicht.
Irgendwo etwas essen und dann ab ins Bett. So waren meine Vancouvertage vor meiner Abfahrt nach Deutschland nicht besonders spannend. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich Vancouver noch weiter erkundschaften musste. Die Luft war bei mir ein bisschen raus. Ich hatte das Gefühl, das gesehen zu haben, was ich sehen wollte. Mental habe ich angefangen, mich mehr und mehr wieder auf Deutschland einzustellen. Ich bin ein bisschen durch die Stadt gebummelt. War Shoppen. Shoppen! Das hatte ich lange nicht gemacht. Sehr lange. Ich konnte mir ja die ganze Zeit über kaum etwas kaufen. Alles was ich mir unterwegs gekauft habe, musste ich auch schleppen. Und zu Schleppen hatte ich schon genug. Also hab ich mir immer nur das gekauft, was absolut nötig war. Aber jetzt hatte ich es nicht mehr weit und konnte meinen Rucksack noch einmal ordentlich aufplustern. Ein bisschen Geld war schließlich auch noch übrig.
Sogar die 250,- Euro, die ich vor genau 12 Monaten von meiner Bank in Bonn abgehoben habe und in meinen Hüftgurt gesteckt habe waren noch vollständig erhalten. Unangetastet. Ich habe nicht einmal Probleme gehabt an Geld zu kommen.
Von den zwei Geldkarten die ich mitgekommen habe, habe ich 11 Monate lang nur eine benutzt. Diese hat vor ein paar Wochen ihren Geist aufgegeben und seit dem benutze ich die zweite Karte. Ganz einfach. Mein Deutsches Bargeld und auch die Travellerschecks die ich in Deutschland eingepackt habe, sind noch da. Ausgezeichnet.
Die 250 Euro sind einmal mit mir um die Welt gereist. Ich freue mich darauf, morgen meinen Freunden von diesem Geld ein Bierchen auszugeben.
Meine letzte Nacht habe ich nochmal bei Esther und Uwe verbracht. Uwe wird mich gleich zum Flughafen fahren.


So, es ist Samstag der 25. Juli 2.30 am . In einer halben Stunde muss ich mich auf den Weg zum Flughafen machen. Meine Reise ist vorbei. Ich weiß noch nicht, wie ich mich fühlen werden, wenn ich gleich in den Flieger steige aber vermutlich werde ich sehr traurig sein. Davon werde ich euch später berichten. Wenn ich wieder zu Hause bin.

Jetzt werde ich das hier mal schnell hochladen und damit habe ich es tatsächlich geschafft. Meine Bog noch während meiner Reise abzuschließen.
Puh, dafür habe ich in den letzten 3 Tagen auch ganz schön viel geschrieben.


Ich werde mit einem weinenden und einem lachenden Auge abfliegen. Von mir aus könnte die Reise gerne noch weiter gehen. Es gibt noch genug zu entdecken. Aber ich freue mich auch auf daheim.
Ich freue mich auf euch.

Bis bald. Sehr bald

Michael

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