Olgi's Reiseberichte
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1x im Jahr Bulgarien ... und auch heuer wieder entschieden wir uns für eine Bulgarien - Reise, sprich für einen Urlaub abseits der (Touristen-) Massen. Das Leben der Einheimischen hautnah miterleben und die Einfachheit des Lebens in vollen Zügen genießen, das war der Hintergedanke dieser Woche. Dadurch, dass wir uns für Sofia als An- und Abreiseort entschieden, die überwiegende Zeit jedoch am Schwarzen Meer verbrachten, bekamen wir nicht nur Einblicke ins Stadtleben der Bulgaren, sondern auch ins vielseitige Landschaftbild dieses beeindruckenden Landes. Das Wort "ursprünglich" trifft für mich persönlich am besten die Beschreibung Bulgariens u. der dort lebenden Menschen. Als würde man eine Zeitreise in die Vergangenheit machen oder als wäre die Zeit vor ca. 70 Jahren stehengeblieben. Es lebe der "Ostblockflair": Wir kamen also zeitig in der Früh in Sofia an und ließen uns mit einem Taxi (wie wir es schon vom letzten Jahr kannten, achteten wir von Anfang an auf die Tarifanzeige beim Rücksitzfenster, um nicht Opfer der Korruption zu werden) ins naheliegende Stadtzentrum chauffieren. Mit den gleichen "Ostblockflaireindrücken" wie beim ersten Sofiabesuch, standen wir vor der Wohnungstür einer alten, aber umso lebensfroher wirkenden Bulgarin, Radinas Großmutter väterlicherseits. Da sich seit letztem Jahr weder ihre Deutschkenntnisse noch meine bulgarischen Sprachkenntnisse verbessert hatten, blieb die Kommunikation sehr zurückhaltend. Leider, denn ich wollte so vieles aus erster Hand über Bulgarien und ihrem Leben im Allgemeinen erfahren. Unser weiteres Sofia-Programm sah folgendermaßen aus: -->Besuch beim, im Vergleich zu österr. Preisen, mehr als günstigen Kosmetik- u. Massagesalon; -->Einkaufsbummel durch die kleinen, "haxenbrecherischen" (aufgrund der Asphaltierungsunebenheiten) Gassen und vorbei an den modernen Läden der Haupteinkaufsstraße "Vitoscha"; -->Besichtigung einiger orthodoxer Kirchen, abgelegeneren Vierteln sowie eines Einkaufszentrums, welches uns zugleich auch Schutz vor dem plötzlich niederprasselnden Regen bot; --> Mittagessen in der, vom Stadtzentrum etwas abseits gelegeneren, Wohnung von Radinas Großeltern mütterlicherseits. Nach einer traditionellen Speise standen wir am, nicht gerade vertrauenserweckend ausschauenden, Balkon, mit Blick auf das nahegelegene Gebirge Vitoscha. -->Casinobesuch, bei dem es einer von uns zu wörtlich nahm mit dem gratis Konsum alkoholischer Getränken, die man in den bulgarischen Casinos erhält, solange man sich am Wettgeschehen beteiligt; -->gemütliches Beisammensitzen in einem sehr netten Restaurant, wo wir lokale Speisen schnabulierten; Nach diesen zwei abwechslungsreichen und trotzdem gemütlichen Tagen in Sofia, ging unsere Reise weiter und zwar mit dem Nachtzug bis nach Bourgas, wo wir einen kleinen Mietwagen entgegennahmen und der Küste entlang bis nach Varvara fuhren. Dem Erholungsurlaub stand nichts mehr im Wege... ... außer der kleine Stop in der Ortschaft Sozopol, wo wir durch die engen Gassen mit den alten Stein- und Holzhäuser schlenderten und ein köstliches Frühstück zu uns nahmen. Als wir dann gegen Mittag im Dorf ankamen, bezogen wir sogleich den sporadisch eingerichteten Bungalow. Das Nötigste fanden wir jeoch vor: zwei zusammengeschobene Einzelbetten (mit hängemattenähnlichen Matratzen), ein weiteres, alleine an der Wand stehendes Bett, ein kleines rundes Holztischchen, drei Plastikstühle, sowie einen Kühlschrank (bei dem wir uns, aufgrund seines lauten Surrens, genötigt fühlten, ihn ausgeschalten und daher ungenützt zu lassen). Das Tischchen, die Stühle und auch das abseits stehende Bett wurden von uns rein als Ablage für die Reisetaschen und unser Gewandt verwendet. Trotz dieser dürftigen Einrichtung waren wir glücklich und schätzten das kleine und, im Vergleich zu den Touristengebieten, spottbillige Ferienhäuschen, da wir auch den (harten) Alltag und die heruntergekommenen Wohnverhältnisse der Dorfbewohner zu sehen bekamen. Tag täglich gingen verwahrloste Kinder und alte gebrechliche Menschen an unserem Gartenzaun vorbei. Kein seltener Anblick waren die Esel- u. Pferdekutschen, denn für Autos oder den dafür benötigten Treibstoff ist meist kein Geld vorhanden. Und nicht zu vergessen, die streunenden Hunde und Katzen. An jeder Ecke sind sie vorzufinden. Varvara selbst besteht derzeit aus einer Hauptstraße, einem Rathaus, einigen kleineren Ferienanlagen bzw. Hotels, ein paar winzigen Supermärkten und mehreren Restaurants. Touristen fahren zwar durch das Dorf durch, doch bleiben sie in den seltensten Fällen auch länger hier, daher stößt man auch fast nur auf Einheimische. Und genau dieser Umstand macht diesen Aufenthalt hier so interessant für mich. Nun zur restlichen Woche: Die Tage ähnelten sich sehr. Es wurde lang geschlafen; spät, jedoch immer im Freien, gefrühstückt; dann wurde das Auto voll gepackt mit all unseren Badeutensilien und es ging zum Strand. Jedoch nicht immer zum selben, da es in der näheren Umgebung eine gewisse Auswahl an schönen Stränden gibt. So blieben wir, wenn wir längere Zeit vor hatten am Strand zu bleiben, beim Ahtopol-Strand, da es dort eine Strandbar sowie Plumsklos gab. Beim "hauseigenen" Varvara Strand gibts das alles nicht, dafür eine Menge Grünzeugs aus dem Meer aufgrund der tagelangen unruhigen See. Und zweimal lagen wir am Strand, weil es dort die besten Wellen gibt zum herumblödeln. Unseren Sonnenschirm hatten wir immer mit, da der Feuerball unbarmherzig ist, gerade mit uns Milchmädeln u. Milchbubis (Namen werden an dieser Stelle nicht genannt). Zuallerletzt möchte ich noch auf die tollen und unvergesslichen Abende eingehen. Wir fuhren entweder in ein Restaurant mit Blick aufs Meer und/oder einen Hafen, oder wir blieben in Varvara und speisten in einem der vielen einladend wirkenden Lokale, oder wir genossen die Stille auf der eigenen Terrasse und grillten im geselligen Beisammen. Man kann sich denken: die Entscheidung war nie leicht. So schnell konnten wir gar nicht schauen, neigte sich der Urlaub auch schon wieder dem Ende zu. Unsere Heimreise begann mit der Autofahrt bis nach Bourgas - und dortiger Autorückgabe an den Vermieter - anschließender Nachtzug-Reise sowie Taxifahrt vom Bahnhof in Sofia zum Flughafen und endete schließlich mit der Landung am Schwechater Flughafen. Leider nahm ein Reisender von uns nicht nur die unvergesslichen Momente und die tollen Urlaubsphotos mit in die Heimat, sondern auch einen grässlich ausschauenden und vor allem juckenden Hautausschlag od. Allergie od., was wissen wir schon, mit. Andere Länder, andere Sitten, andere Hygienestandards, andere Lebensverhältnisse, andere Gerüche, andere Speisen, andere Gesten (ja auf bulgarisch wird mit horizontalem Kopfschütteln signalisiert),... Und genau das macht es aus, das Reisen!
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Diary Photos
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In Sofia |
Ahtopol |
Geräteschuppen=Klo=Dusche |
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Einheimische mit Pferdekutsche |
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