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Olgi's Reiseberichte
22nd Apr 2009 - 26th Apr 2009
Ladies in N.Y.

Wie aufgeregt wir waren, als wir zum ersten Mal in unserem Leben auf amerikanischem Boden standen. Und dann noch dazu auf dem Boden einer so spektakulären, so geschichtsträchtigen, so medial präsenten, ja und wahrscheinlich bekanntesten Stadt von N-Amerika, wenn nicht sogar von der ganzen Welt.
** New York **

Nach einer überraschend unkomplizierten und relativ schnellen Sicherheitskontrolle am Flughafen John F. Kennedy (JFK) - man hört so einiges an Gruselgeschichten, was die Einreise nach Amerika betrifft -, fuhren wir in der Dunkelheit, bei leichtem Regen und mit erhöhter Pulsfrequenz nach Manhattan. Das Sammeltaxi klapperte einige Hotels ab, bevor wir zu unserem Hostel, dem "West End Studios" auf der Upper West Side, gelangten. Wir waren mehr als gut gelaunt und die Schlaglöcher in den Straßen ließen unsere Erheiterung noch intensiver werden.
Am liebsten wäre ich gleich losgerannt, um alles zu erkunden und mir mein eigenes Bild von Manhatten zu machen. Doch es war spät, wir waren etwas unausgeglichen vom langen Sitzen im Flugzeug und unsere Mägen knurrten. Das letzte Argument animierte uns dazu, ins nächstgelegene Fast-Food-Restaurant zu gehen, damit unser Verlangen nach Ungesundem gestillt werden konnte. Praktisch war, dass sich der Broadway - mit seinen unzähligen Lokalen - nur eine Gasse von unserem Hotel entfernt befand. Somit landeten wir dort. Wir stellten auch schon einen groben Plan für die nächsten Tage zusammen, damit wir so viel wie nur möglich von unserem N.Y. - Aufenthalt rausholen konnten u. wenig Zeit an Organisatorischem verschwenden würden.
Zurück im Hostel stellten wir fest, dass zwar der Preis spitze, die Unterkunft selbst jedoch sehr heruntergekommen war. So verbrachten wir die kommenden Tage nur sehr selten im Hostel.

Wir standen die kommenden vier Tage sehr unter Zeitdruck, da wir wussten, was es alles zu sehen gab.
Dadurch läutete unser Wecker immer zeitig und die Rückkehr ins Bett erfolgte immer spät am Abend bzw. in der Nacht. Unsere Mitbewohner im Zimmer sahen wir immer nur schlafend, denn wenn wir aufbrachen, schliefen sie noch und als wir zu Bett gingen, waren sie schon wieder (oder gar vielleicht noch immer) im Träumeland.

Unseren ersten Tag starteten wir mit einer Laufgrunde durch den Central Park. Frisch war es draußen, aber zum Sporteln optimal. Als wir uns einen ersten Überblick über dieses doch sehr große Areal verschafft hatten, marschierten wir, nachdem wir uns erfrischt und in einem Donut-Shop gestärkt hatten, den Broadway entlang.
Unsere Augen wurden überflutet von neuen Eindrücken, fast an jeder Straßenecke gab es etwas zu photographieren. Bei purem Sonnenstrahl sahen wir den Columbus Square und kamen kurz daraufhin zum faszinierenden und spektakulären Time Square, bei dem man eine ungeheure optische sowie akustische Wahrnehmungsüberreizung erdulden muss. Wir waren überwältigt von diesem Platz und aufgrund der Menschenmassen schlossen wir daraus, dass es auch die anderen waren.
Während unserer Tagestouren kamen die örtlichen kulinarischen Spezialitäten nie zu kurz. Gleich am ersten Tag verköstigten wir Donuts, Bagels, Käsekuchen und Sandwiches bzw. Burgers. Man kommt einfach nicht an ihnen vorbei. Sie werden einem ununterbrochen schmackhaft vor die Augen gehalten.
Dadurch, dass wir aber so und so den ganzen Tag und über diesen hinaus auf den Beinen waren, hatten wir kein so schlechtes Gewissen wegen dieser Kalorienbomben.
Bevor wir am frühen Abend auf das Empire State Building hinauffuhren, machten wir noch einige Modegeschäfte sowie "Macy's", den weltweit größten Einkaufsstore, unsicher. Anschließend stand die Aussichtsplattform des höchsten Gebäudes von Manhatten am Programm und nicht einmal der mühsame "Anstellprozess" bei den Kassen und beim Lift konnte uns davon abschrecken. Oben angekommen trauten wir unseren Augen kaum. Der Ausblick, der sich uns bot, war gigantisch. Ein Meer an Hochhäusern erstreckte sich - noch dazu in jeder Himmelsrichtung - vor uns und wir mussten mehrere Runden drehen, um halbwegs dieses Stadtbild in uns aufnehmen zu können. Dadurch dass wir am frühen Abend auf der Spitze des Empire State Buildings standen, sahen wir auch das beeindruckende Farbenspiel des Himmels und den Wechsel der Wolkenkratzer von unbeleuchtet auf beleuchtet. Ich bin mir sicher, wir standen des öfteren mehrere Sekunden mit offenem Mund in der Gegend herum.
Aufgrund des aufkommenden Windes verabschiedeten wir uns von der Höhenluft und kehrten wieder näher, genauer gesagt 381 Meter, zum Erdmittelpunkt zurück.
Auf den, schon von oben beobachteten, beleuchteten Straßen schlenderten wir nochmals zum Time Square und beobachteten das dortige Geschehen vom ersten Stock des Mc Donalds aus. Mit der U-Bahn gelangen wir zurück zum Hostel, wo uns ein schnarchender Zimmerkollege empfing. Wir waren aber so hundemüde, dass uns nicht einmal der mit seiner Ruhestörung den Schlaf rauben konnte.

Nach einem anständigen Frühstück bei DD (Dunkin' Donuts), setzten wir uns in den oberen Bereich eines offenen Doppeldecker-Busses und machten den so genannten "Uptown Loop". Somit bekamen wir einen tolle Überblick über die verschiedenen Stadtteile und der Größe Manhattens im Allgemeinen. Unser Mittagessen nahmen wir in Chinatown ein und mit vollen Bäuchen spazierten wir durch unzählige Straßen und Gassen, vorbei am Rathaus bis zum "Ground Ciro". Dort, wo derzeit eine riesige Baustelle vorzufinden ist und man sich nicht wirklich vorstellen kann, dass dazumal zwei gigantische Zwillingstürme die jetzige freie Sicht auf den blauen Himmel verdeckt haben sollen, wird in wenigen Jahren schon das nächste Bauprojekt fertiggestellt sein.
In der kleinen St. Paul's Kirche wird man stark mit der Tragödie vom 11. September 2001 konfrontiert und es ist ein Wunder, dass dieses, im Vergleich zu den umgrenzenden Gebäuden, winzige Glaubenshaus so unversehrt geblieben ist.
Es trieb uns weiter Richtung Süden, dort wo sich alles um die Finanzen dreht. Durch den kleinen und überaus romantisch angelegten Friedhof "Trinity" gelangten wir zur Wall Street, die ich mir ehrlich gesagt völlig anders, nämlich viel breiter und länger, vorstellt hatte.
Gingen anschließend zum Hafengelände, wo wir das Treiben der Leute beobachteten, den Blick auf Brooklyn genossen und von dort nochmals in einen Doppeldecker-Bus einstiegen und zum Central Park düsten. Schauten uns den südlichen Teil vom Park an, da wir den nördlichen ja schon am ersten Tag begutachteten. Im unteren Parkabschnitt spielt es sich regelrecht ab. Leute radeln, laufen, fahren mit ihren Rollschuhen, spielen auf den großflächigen Rasen diverse Ballsportarten, picknicken, lassen sich sonnen, führen ihre Kinderwägen spazieren, plaudern auf Parkbänken, gehen mit ihren Hunden Gassi oder photographieren das Geschehen, so wie wir. Es scheint als würden alle hier ihre Freizeit verbringen wollen, den Alltag der Megastadt in dieser Ruheoase vergessen wollen.
Der Tag neigte sich dem Ende zu und wir machten uns auf in Richtung Time Square. Dort angelangt, führte unser nächster Weg in den verteufelten zweistöckigen M&M Shop, wo man gar nicht anders kann als die verlockende, in allen Farben vorzufindende Süßigkeit zu kaufen und auf einen Sitz aufzuessen. Zum Tagesabschluss gönnten wir uns im "Applebee's" einen köstlichen Cosmopolitan-Cocktail. Das Erlebte ließen wir während unserer U-Bahnfahrt nochmals revue passieren und unsere, im Bett hoch gelagerten Füße dankten uns für die kurze nächtliche Erholungspause.

Unseren dritten Tag begannen wir in SOHO, mit einem Spaziergang durch die kleinen, lieblichen Gassen und den unzählig entzückenden Backsteinhäusern und darauf montierten Feuerleitern. Flitzten von dort schnellen Schrittes zum Fährterminal, von wo aus wir eine dreistündige "Manhatten-Schiffumrundungstour" auf dem Hudson und dem East River mit der Circle Line machten. Somit sahen wir New York, aber vor allem Manhatten, von einer völlig anderen Perspektive. Auch die Sonne war anscheinend begeistert und lächelte uns den ganzen Tag zu. Ms. Liberty wurde auch von uns photographisch festgehalten, Ellis Island bekamen wir von der Nähe zu sehen und auch die unzähligen, unterschiedlich gestalteten Brücken wie etwa die Brooklyn, die Manhatten oder die George Washington Bridge bestaunten wir beim Vorbeifahren.
Von der Wasserseite aus erkennt man teilweise wunderbar das rasterförmige Stadtbild und sieht die Wolkenkratzer und deren oftmals einmalige Bauformen ganz entspannt, ohne dass man den Kopf in den Nacken fallen lassen und dabei Angst haben muss, in fremde Passanten hineinzulaufen. Nach dieser empfehlenswerten Tour kauften wir uns auf dem Weg zum Menschen überfüllten Inselinneren auf einem Straßenmarkt zwei Strohhüte, durch die wir vor der starken Sonneneinstrahlung und den heißen Temperaturen besser geschützt waren. Mit einem Cheesburger als Reiseproviante in der Hand, setzten wir uns auf das obere Doppeldeckerbus-Deck und fuhren die "Downtown-Tour" ab. Am späten Nachmittag stand noch das Rockefeller Center am Programm und somit fuhren wir rauf zum Observatory Deck und ließen die einmalige Darbietung der Stadt nochmals auf uns einwirken. Es war einfach unbeschreiblich faszinierend dort oben und deshalb gaben wir uns auch das Versprechen, eines Tages wiederzukommen. Es fiel uns wirklich schwer, diese Aussichtsplattform zu verlassen.
Nach einem weiteren Zuckerstoß in Form eines Mc Flurry Eises am Time Square - wo sonst - , hielten wir - wie echte New Yorker - ein Taxi mitten auf der Straße auf und ließen uns zum Hostel bringen. Aus dem ursprünglich geplanten Fortgehen wurde nichts. Wir fielen todmüde in unser Bett.

An der verbleibenden Zeit unseres letzten Tages gingen wir shoppen. Zuerst aber gab es ein Frühstück in einem kleinen, kitschigen Bagel-Shop im gemütlichen Greenwich Village. Schauten uns einige wirklich nette Wohnhäuser und kleine Geschäftslokale in den schmalen Gassen dieser Gegend an und genossen die morgendliche Ruhe und die sommerlichen Temperaturen. Doch im Laufe des Tages entpuppten sich die angenehmen Temperaturen zu einer Hitzewelle und wir flüchteten in klimatisierte Shops, um auch etwas Geld im Land zu lassen. Nach erfolgreich abgeschlossenen Geschäften kehrten wir, schon etwas in Eile, zum Hostel zurück, packten unsere Reisetaschen, die etwas molliger wirkten als zuvor und verließen mit dem Sammeltaxi Manhatten, um die Heimreise antreten zu können. Schweren Herzens, sei an dieser Stelle angemerkt. Denn wir hätten schon noch gerne einige Tage mehr für unsere Erkundungen gehabt und uns wäre dabei auch sicherlich nicht langweilig geworden.


Ich brauchte einige Zeit, um unsere New York Reise und dortigen Erlebnisse zu "verdauen". Es waren so viele Eindrücke, unglaubliche Geschehnisse und Beobachtungen auf einmal, dass ich vieles erst Tage später realisieren und in mich aufgenommen konnte.
Typischen Klischees und Vorstellungen, die wir von N.Y. hatten, bestätigten sich und anderes fällt unter "subjektive Wahrnehmung" meinerseits. Dazu nur ein kleiner Versuch:
Ständig ist man umzingelt von Wolkenkratzern, Werbebannern, Menschen und gelben, meist hupenden, Taxis. Über einem schwirren ununterbrochen Hubschrauber herum. Es fällt einem schwer, den "wahren New Yorker" unter den Menschenmassen herauszufinden. "Multi-Kulti" wird groß geschrieben und nach Freundlichkeit und Fröhlichkeit muss man schon längere Zeit Ausschau halten um fündig zu werden (aber dies ist wahrscheinlich ein Merkmal etlicher Großstädte). An jeder Ecke findet man Fast Food-Ketten und dementsprechend auch viele übergewichtige Menschen. Die Skyline ist umwerfend und zu jeder Tages- oder Nachtzeit spektakulär. Vor allem das Chrysler Building begeisterte mich unheimlich. Der Lärmpegel und die unzähligen Leuchtplakate in den Straßen sind enorm und die Fahrbahnen und Gehsteige wirken schon ziemlich mitgenommen.

Aber das alles und noch viel mehr mindert die Faszination für den "Big Apple" nicht im geringsten.
Und außerdem ist es freilich etwas ganz anderes, die Stadt zu besichtigen, als in ihr und mit ihr zu leben. Von daher:
N.Y., wir kommen dich wieder besuchen!


Flug mit Iberia via Madrid
Hostel: West End Studios (Shared Facilities)// 850 West End Ave // New York 10025
vorab gebuchte Leistungen:--> Top of the Rocks --> All Loops Tour --> Full Island Tour

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Diary Photos

Big Apple

Time Square

Skyline v. N.Y.

Skyline v. N.Y.


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